Geben Sie Benz einen Starttermin im Jahr 2026. Derselbe Schuppen hinter einem Mannheimer Haus, dieselbe Maschine, die in keine Kategorie passt.
Er gründet zuerst: Notartermin, Eintrag ins Handelsregister, Gewerbeanmeldung, Pflichtmitgliedschaft in der IHK, Steuernummer, die Wochen später vom Finanzamt auf Papier kommt. Er braucht eine Nutzungsänderung, bevor er den Schuppen Werkstatt nennen darf; Lärmgutachten inklusive. Produktion jenseits einer Handvoll Einheiten schiebt ihn unter das BImSchG mit Umweltprüfung.
Das Fahrzeug ist der harte Teil. Ein Prototyp auf öffentlicher Straße braucht eine Einzelbetriebserlaubnis nach § 21 StVZO auf Basis eines TÜV-Gutachtens, das an Normen misst, für Maschinen, die es gibt. Ein Fahrzeug ohne Kategorie löst Ausnahmeverfahren nach § 70 aus, für jedes Bundesland einzeln. Serienproduktion bedeutet EU-Typgenehmigung nach Verordnung 2018/858, die UNECE-Regeln liegen darunter. Mindestens eine Stelle in dieser Kette will ihre Antwort noch per Fax.
Der erste Mitarbeiter bringt die Berufsgenossenschaft, Lohnabrechnung und Arbeitszeiterfassung; eine Kundenliste bringt die DSGVO; Wachstum zieht ihn irgendwann in die Lieferkettenpflichten — nach der Omnibus-Reform der CSDDD ab Juli 2029 erst jenseits von 5 000 Beschäftigten und 1,5 Mrd. € Umsatz, das deutsche LkSG wird die Koalition in seiner heutigen Form abschaffen. Jede Anforderung beantwortet einen echten Unfall oder Betrug irgendwo in der Vergangenheit. Der Stapel wächst, ein Heilmittel nach dem anderen, und wird nach keinem Plan wieder abgebaut. Nichts davon verbietet die Maschine. Alles davon konkurriert mit der Maschine um seine Stunden und seine Nerven.
Nach Zählung der Bundesregierung stand das Bundesregelwerk Mitte 2024 bei 1 797 Gesetzen und 2 866 Verordnungen, rund 97 000 Einzelvorschriften — ein Fünftel mehr als 2010, bevor Land, Kommune oder Brüsseler Richtlinie eine Zeile hinzufügen. Unternehmen berichteten McKinsey, sie hätten in drei Jahren rund 325 000 Stellen für Rechtsanforderungen und Dokumentation geschaffen. Das ifo-Institut beziffert den Schaden auf bis zu 146 Mrd. € pro Jahr, rund 3,4 % des BIP. Diese Zahlen messen, was Menschen durch die Formulare drücken. Keine Behörde zählt die Gründerinnen, die die Anforderungen lesen, die Rechnung mit ihren Ersparnissen machen und ihren festen Job behalten.