Sie wollen eine GmbH gründen. Sie brauchen einen Notartermin, einen Eintrag im Handelsregister beim Amtsgericht, eine steuerliche Erfassung beim Finanzamt, eine Gewerbeanmeldung bei der Kommune und eine Meldung an das Transparenzregister. Sie brauchen ein Geschäftskonto für die Kapitaleinzahlung. Die Bank verlangt für die Kontoeröffnung eine HRB-Nummer, die es ohne Kapitalnachweis noch nicht gibt. Ein Kreis.
Der DIHK-Gründerreport 2023 und Umfragen des Startup-Verbands zeigen zwei bis acht Wochen bis zur operativen GmbH. Notarkosten, Gerichtsgebühren und Beratung summieren sich auf 800 bis 2 000 Euro, bevor Sie die erste Rechnung schreiben.
Die Instrumente liegen bereit. § 2 Abs. 3 GmbHG erlaubt seit dem 1. August 2022 die Online-Beurkundung per Videokommunikation. XJustiz überträgt Registerdaten zwischen den Amtsgerichten. Der Personalausweis mit eID trägt eIDAS-konforme Signaturen. Das Registermodernisierungsgesetz von 2021 schreibt das Once-Only-Prinzip fest. Kein Portal verbindet sie zu einem Ablauf.
Wer sich Kanzlei und Wartezeit leisten kann, kommt durch. Handwerker, Studierende, Migrantinnen und Ingenieure ohne Berater warten länger, zahlen mehr und geben häufiger auf. Deutschland verliert Gründungen an dieser Kante, nicht am Kapitalmarkt.